KNX Technik

KNX Aktoren und Sensoren: Die komplette Übersicht — Typen, Auswahl, typische Fehler

Alle KNX-Aktor- und Sensortypen erklärt, mit Entscheidungshilfe, Kanal-Kalkulation, Hersteller-Einordnung und den 5 häufigsten Planungsfehlern — aus 15 Jahren Integrator-Praxis.

Aktualisiert: 05. März 202614 Min. Lesezeit

Sie drücken einen Taster. Licht geht an. Aber was passiert dazwischen?

Stellen Sie sich vor: Sie betreten abends Ihr Haus, drücken die Taste neben der Haustür und es passiert — gleichzeitig — Folgendes: Im Flur dimmt das Licht auf 60 %, die Jalousien im Wohnzimmer fahren herunter, die Fußbodenheizung im Bad wechselt vom Absenkbetrieb auf Komfort und die Außenbeleuchtung schaltet sich ein.

Ein Tastendruck, vier Gewerke, sechs Geräte die reagieren. Und dazwischen? Liegt ein unscheinbares grünes Kabel — der KNX-Bus. Und auf diesem Bus kommunizieren zwei Grundtypen von Geräten miteinander: Sensoren und Aktoren.

Sensoren erfassen, Aktoren handeln. Das ist das Grundprinzip. Aber welcher Sensor für welchen Zweck? Welcher Aktor für welche Last? Wie viele Kanäle brauchen Sie wirklich — und wie vermeiden Sie die Fehler, die ich in 15 Jahren Praxis immer wieder sehe?

Genau darum geht es in diesem Artikel. Nicht als Produktkatalog, sondern als Entscheidungshilfe.

Das Grundprinzip: Sensoren sprechen, Aktoren hören

In einer konventionellen Elektroinstallation ist der Weg klar: Schalter → Kabel → Lampe. Jeder Schalter steuert genau einen Verbraucher. Wollen Sie eine Lampe von zwei Stellen schalten, brauchen Sie eine Wechselschaltung mit zusätzlichen Kabeln.

In einem KNX-System ist diese feste Verdrahtung aufgelöst. Stattdessen gibt es eine logische Trennung:

  • Sensoren erfassen Informationen und senden Telegramme auf den Bus: „Taste 1 wurde gedrückt", „Temperatur ist 22,4 °C", „Bewegung erkannt", „Helligkeit 340 Lux"
  • Aktoren empfangen diese Telegramme und führen Aktionen aus: Licht schalten, Jalousie fahren, Heizungsventil öffnen, Steckdose freischalten

Die Verbindung zwischen Sensor und Aktor wird nicht durch Kabel hergestellt, sondern durch Gruppenadressen in der ETS-Software. Das bedeutet: Ein Sensor kann beliebig viele Aktoren ansprechen — und ein Aktor kann auf beliebig viele Sensoren reagieren. Diese Flexibilität ist der eigentliche Grund, warum KNX seit über 30 Jahren der Standard für Gebäudeautomation ist.

Aus der Praxis: Die häufigste Frage, die mir Bauherren stellen: „Brauche ich für jeden Raum eigene Geräte?" Die Antwort: Sensoren sind raumgebunden (der Taster sitzt an der Wand, der Temperaturfühler im Bad). Aktoren dagegen sitzen zentral im Schaltschrank und können Verbraucher in mehreren Räumen steuern. Ein 12-fach Schaltaktor kann 12 verschiedene Lichtgruppen im ganzen Haus bedienen.

Sensortypen: Was KNX-Systeme wahrnehmen

Sensoren sind die Sinnesorgane Ihrer KNX-Installation. Hier die wichtigsten Typen — nicht als Katalog, sondern mit der Frage: Wann brauchen Sie welchen?

Sensortyp Was er erfasst Typische Anwendung Einbauort Preisklasse
Tastsensor (1–8-fach) Tastendruck, lang/kurz Licht, Jalousie, Szenen Wand (UP-Dose) 80–450 €
Präsenzmelder Anwesenheit + Helligkeit Konstantlichtregelung, HLK Decke 150–400 €
Bewegungsmelder Bewegung (gröber) Flur, Außen, Alarm-Hilfe Decke/Wand/Außen 100–300 €
Raumtemperaturfühler Temperatur (± Feuchte) Einzelraumregelung Wand (1,5 m Höhe) 60–250 €
Wetterstation Wind, Regen, Temperatur, Helligkeit (4 Seiten) Jalousiesteuerung, Beschattung Dach/Mast 400–900 €
Binäreingang (4–16-fach) Potentialfreie Kontakte Fensterkontakte, konventionelle Taster, Alarmmeldungen Schaltschrank 80–250 €
Analogeingang 0–10 V, 4–20 mA Industriesensoren, Füllstände, CO₂ Schaltschrank 150–350 €
Helligkeitssensor Lux-Wert Tageslichtsteuerung Decke/Fassade 100–250 €
CO₂-/Luftqualitätssensor CO₂ (ppm), VOC, Feuchte Lüftungssteuerung Wand 200–500 €
Zeitschaltuhr Datum, Uhrzeit, Astro Zeitprogramme, Sonnenstand Schaltschrank 100–300 €

Tastsensoren — mehr als nur Lichtschalter

Der Tastsensor ist das Gerät, das Ihre Bewohner täglich anfassen. Entsprechend wichtig ist die Auswahl. Ein 4-fach Tastsensor hat 4 Wippenpaare — jede Wippe kann mit einer Kurz- und einer Langbedienung belegt werden. Das ergibt bis zu 8 Funktionen pro Gerät.

Die Design-Unterschiede zwischen Herstellern sind erheblich. Gira, Berker, Jung und Merten bieten Designlinien, die zum Schalterprogramm passen. MDT und Zennio liefern Glastaster mit integriertem Display. Basalte und Lithoss bedienen das Luxussegment.

Meine Empfehlung: Wählen Sie den Tastsensor nicht nach dem Preis, sondern nach dem Schalterprogramm, das im Haus verwendet wird. Nichts sieht schlimmer aus als ein hochwertiger Glastaster neben einer Steckdose im Baumarkt-Design.

Präsenz- vs. Bewegungsmelder — der unterschätzte Unterschied

Diese Verwechslung kostet in fast jedem zweiten Projekt Komfort:

Merkmal Präsenzmelder Bewegungsmelder
Erfassungsempfindlichkeit Erkennt sitzende Personen (Micro-Bewegungen) Erkennt nur gehende Personen
Helligkeitssensor Integriert (für Konstantlichtregelung) Meist nur Dämmerungsschalter
Typischer Einsatz Büro, Bad, Wohnraum Flur, Treppenhaus, Außenbereich
Nachlaufzeit Einstellbar, oft mit Kurzzeitpräsenz Feste oder grob einstellbare Nachlaufzeit
Preis 150–400 € 100–300 €

Häufiger Fehler: Ein Bewegungsmelder im Büro. Sie sitzen am Schreibtisch, tippen — und nach 10 Minuten geht das Licht aus, weil der Melder keine Micro-Bewegungen erkennt. Im Flur dagegen wäre ein Präsenzmelder überdimensioniert und unnötig teuer.

Binäreingänge — die stillen Helden

Binäreingänge sind die am meisten unterschätzten Sensoren. Sie machen aus jedem konventionellen Kontakt ein KNX-Gerät: Fensterkontakte, Türkontakte, Reedschalter, konventionelle Taster, Rauchmelder-Meldekontakte, Alarmanlagen-Ausgänge.

Ein 8-fach Binäreingang für etwa 120 € bringt 8 konventionelle Kontakte ins KNX-System. Im Altbau, wo keine Bustaster in den Wänden sitzen, sind Binäreingänge oft der wirtschaftlichste Weg, vorhandene Schalter KNX-fähig zu machen.

Aktortypen: Was KNX-Systeme steuern

Aktoren sitzen fast immer im Schaltschrank auf der Hutschiene — dort, wo früher nur Sicherungen und Schütze waren. Je mehr Funktionen Ihr Haus hat, desto voller wird der Schaltschrank.

Aktortyp Was er steuert Kanäle (typisch) Last pro Kanal Preisklasse
Schaltaktor Licht ein/aus, Steckdosen 4, 8, 12, 16, 20 6–16 A (ohmsch) 120–600 €
Dimmaktor Dimmbares Licht 1, 2, 4 250–500 W (je Typ) 150–500 €
Jalousieaktor Jalousien, Rollläden, Markisen 2, 4, 8 6 A (motorisch) 120–450 €
Heizungsaktor Stellantriebe (thermisch/motorisch) 6, 8, 12 24 V / 230 V 100–350 €
DALI-Gateway DALI-Lichtsteuerung (professionell) 1–2 DALI-Linien (je 64 EVGs) 300–700 €
Analogaktor 0–10 V Ausgang 2, 4 0–10 V / 50 mA 150–400 €
Fancoil-Aktor Klimageräte (Ventilator + Ventile) 1–2 motorisch 200–450 €

Schaltaktoren — das Arbeitspferd

Der Schaltaktor ist der häufigste Aktor in jeder KNX-Installation. Er schaltet Licht, Steckdosen, Bewässerung, Zirkulationspumpen — alles, was ein/aus kann.

Die wichtigste Entscheidung: Kanalanzahl. Ein 4-fach Aktor belegt 4 TE (Teilungseinheiten) auf der Hutschiene und steuert 4 Lichtgruppen. Ein 16-fach Aktor belegt 8 TE und steuert 16 Gruppen — das Doppelte an Funktion auf dem halben Platz pro Kanal.

Kanäle TE (Teilungseinheiten) Kosten pro Kanal Wann sinnvoll?
4-fach 4 TE ~40–50 € Kleine Projekte, Nachrüstung
8-fach 4–6 TE ~25–35 € Standard-Einfamilienhaus
12-fach 6–8 TE ~20–30 € Mittlere bis große Projekte
16-fach 8 TE ~18–25 € Große Projekte, Gewerbe
20-fach 8 TE ~15–22 € Gewerbe, maximale Dichte

Aus der Praxis: Ich plane fast nie mit 4-fach Aktoren, außer im Altbau oder bei nachträglichen Erweiterungen. Der Preisunterschied pro Kanal zwischen 4-fach und 12-fach ist so groß, dass sich größere Aktoren fast immer rechnen — auch wenn anfangs nicht alle Kanäle belegt sind. Reservekanäle sind billiger als späteres Nachrüsten.

Dimmaktoren — Last-Typ ist alles

Beim Dimmaktor entscheidet nicht die Wattzahl über Erfolg oder Misserfolg — sondern der Last-Typ:

Last-Typ Typische Leuchtmittel Dimmverfahren Aktor-Bezeichnung
Ohmsche Last (R) Glühlampe, Halogen 230 V Phasenanschnitt Universal-Dimmer
Induktive Last (L) Niedervolt-Halogen (konv. Trafo) Phasenanschnitt R/L-Dimmer
Kapazitive Last (C) Niedervolt-Halogen (elektr. Trafo), LED-Treiber Phasenabschnitt R/C-Dimmer
LED LED-Retrofit, LED-Treiber Phasenabschnitt oder 1–10 V/DALI LED-Dimmer, DALI-GW

Das häufigste Problem, das ich auf Baustellen sehe: Ein Universal-Dimmer mit LED-Retrofits. Funktioniert manchmal, flackert manchmal, sirrt manchmal. Die Lösung ist fast immer ein Mindestlast-Adapter (10–15 €) oder der Wechsel auf einen LED-spezifischen Dimmaktor.

Meine klare Empfehlung: Wenn mehr als 4 Leuchtmittel im Haus gedimmt werden sollen, planen Sie DALI statt konventioneller Dimmaktoren. DALI ist zuverlässiger bei LED, erlaubt Einzelleuchten-Steuerung und kostet bei größeren Installationen weniger pro Leuchte.

Jalousieaktoren — Fahrt, Position, Lamelle

Jalousieaktoren steuern Motoren — und Motoren brauchen eine besondere Schaltlogik: Nie gleichzeitig auf und ab (Kurzschluss!), definierte Umkehrpausen, Endlagenerkennung.

Zwei Kanäle pro Jalousie (auf + ab) sind Standard. Ein 8-fach Jalousieaktor steuert also 4 Behänge, nicht 8. Das wird oft falsch kalkuliert.

Moderne Jalousieaktoren können: - Exakte Positionsanfahrt (z. B. „Jalousie auf 60 %") - Lamellenwinkel-Steuerung (bei Raffstores, ±0–100 %) - Referenzfahrt (automatische Kalibrierung über Endlagen) - Windschutz-Priorität (sperrt manuelle Bedienung bei Sturm)

Heizungsaktoren — PWM vs. stetig

Heizungsaktoren steuern Stellantriebe an Fußbodenheizungsverteilern oder Heizkörperventilen. Zwei Prinzipien:

  • PWM (Pulsweiten-Modulation): Öffnet und schließt das Ventil zyklisch — z. B. 3 Minuten offen, 7 Minuten geschlossen = 30 % Heizleistung. Für thermische Stellantriebe (Standard bei Fußbodenheizung).
  • Stetiges Stellsignal (0–10 V / 0–100 %): Für motorische Stellantriebe. Genauer, aber teurer.

Für die allermeisten Wohnbau-Projekte reicht PWM mit thermischen Stellantrieben völlig aus. Motorische Stellantriebe lohnen sich erst bei hohen Anforderungen an Regelgenauigkeit — typischerweise im Gewerbe oder bei großen Fußbodenheizungsflächen mit langen Regelstrecken.

Entscheidungshilfe: Welcher Aktor für welches Projekt?

Die richtige Aktorwahl hängt nicht von der Marke ab, sondern von drei Fragen:

  1. Welche Last? (LED, Motor, Heizventil, DALI-EVG)
  2. Wie viele Kanäle? (Reserven einplanen!)
  3. Welcher Schaltschrankplatz? (TE begrenzt)

Kanal-Kalkulation am Beispiel Einfamilienhaus

Ein typisches Einfamilienhaus mit 150 m² und mittlerem Ausstattungsniveau:

Gewerk Kanäle Aktor-Typ
Licht (15 Gruppen) 15 1× Schaltaktor 16-fach
Dimmbares Licht (4 Gruppen) 4 1× Dimmaktor 4-fach oder DALI-GW
Jalousien (8 Fenster) 8 1× Jalousieaktor 8-fach (= 4 Behänge) + 1× 8-fach
Fußbodenheizung (10 Kreise) 10 1× Heizungsaktor 12-fach
Steckdosen schaltbar (4) 4 (im Schaltaktor 16-fach, 1 Kanal Reserve)
Gesamt ~41 Kanäle 5–6 Aktoren

Dazu kommen Sensoren: 12–15 Tastsensoren, 4–6 Präsenzmelder, 1 Wetterstation, 8–12 Fensterkontakte über 2 Binäreingänge, 6–8 Raumthermostate. Das ergibt eine typische Teilnehmerzahl von 35–50 Busgeräten.

Aus der Praxis: Planen Sie mindestens 20 % Reserve bei den Kanälen. In den ersten zwei Jahren nach Einzug kommen fast immer Wünsche dazu — eine zusätzliche Lichtgruppe im Garten, eine schaltbare Steckdose für den Weihnachtsbaum, ein weiterer Rollladenmotor am Dachfenster. Mit Reserve ist das eine Stunde Programmierung. Ohne Reserve bedeutet es einen neuen Aktor im Schaltschrank — mit allen Folgekosten.

Wohnbau vs. Gewerbe: Was sich unterscheidet

Die gleichen Aktoren kommen in beiden Welten zum Einsatz — aber die Anforderungen verschieben sich deutlich:

Merkmal Wohnbau Gewerbe
Schaltleistung 6–10 A Standard 16 A, teilweise Leistungsrelais
Kanalanzahl 4–16 pro Aktor 12–20, verdichtete Bauweise
DALI Selten (außer Villa/Premium) Standard ab Büro
Redundanz Nicht üblich Teilweise gefordert (EN 15232)
Wartbarkeit „Einmal einrichten, vergessen" Dokumentation, Service-Zugang, Fernwartung
Busspannung 1 Netzteil, 1 Linie reicht Mehrere Linien, redundante Netzteile
Beschriftung „Wohnzimmer links" reicht Normgerechte Kennzeichnung nach DIN

Im Gewerbe kommt ein weiterer Faktor hinzu: Betriebsstunden. Ein Schaltaktor in einem Büro schaltet 5 Tage pro Woche, 50 Wochen im Jahr — das sind 250 Schaltzyklen pro Tag. In 10 Jahren erreichen Sie 625.000 Zyklen. Billige Aktoren mit 100.000 Zyklen Lebensdauer halten dann keine 2 Jahre. Achten Sie im Gewerbe auf die spezifizierte Schaltleistung und Zyklen-Zahl.

Hersteller-Landschaft: Eine ehrliche Einordnung

KNX ist ein offener Standard — über 500 Hersteller bieten KNX-Geräte an. In der Praxis begegnen mir jedoch immer wieder dieselben Namen. Hier eine Einordnung, die sich auf Erfahrung stützt, nicht auf Werbebudgets:

Segment Hersteller Stärken Einschränkungen
Designtaster Gira, Jung, Berker, Merten Integration ins Schalterprogramm, Ersatzteil-Verfügbarkeit Höherer Preis, begrenzte Funktionen pro Taster
Funktionale Taster MDT, Zennio, Interra Viel Funktion pro Euro, Displays, Temperatur integriert Design polarisiert, Ersatzteil-Risiko bei kleinen Herstellern
Aktoren ABB, Theben, MDT, Gira, Siemens Bewährte Qualität, gute ETS-Applikationen Preisunterschiede bis Faktor 3 bei gleicher Funktion
Premiumsensoren Basalte, Lithoss, CJC Systems Architektur-Niveau Design 300–1.500 € pro Taster
DALI-Integration MDT, ABB, Theben, Zennio Leistungsfähige DALI-2-Gateways Konfiguration komplexer als reine KNX-Dimmer

Wichtig: Mischen Sie Hersteller bedenkenlos bei Aktoren — das ist der Sinn von KNX als offener Standard. Bei Tastsensoren und Schalterprogrammen dagegen sollten Sie innerhalb einer Designlinie bleiben. Niemand will im Flur einen Gira-Taster neben einem MDT-Glaspanel neben einer Merten-Steckdose.

Typische Fehler bei Planung und Inbetriebnahme

In 15 Jahren habe ich hunderte KNX-Installationen übernommen, erweitert oder repariert. Diese 5 Fehler sehe ich mit Abstand am häufigsten:

Fehler 1: Zu wenige Kanäle geplant

Das Problem: Der Elektriker plant nach aktuellem Bedarf. 12 Lichtgruppen, also ein 12-fach Aktor. Dann kommen die Außenbeleuchtung, die Teichpumpe, die Weihnachtsbeleuchtung und die Garage dazu — und der Aktor ist voll.

Die Lösung: Mindestens 20 % Reserve. Lieber einen 16-fach statt einen 12-fach Aktor — der Aufpreis ist gering, die Nachrüstung nicht.

Fehler 2: Falscher Dimmer-Typ für LED

Das Problem: Ein konventioneller Phasenanschnitt-Dimmer wird mit LED-Retrofit-Lampen betrieben. Ergebnis: Flackern, Sirren, Mindestlast wird nicht erreicht, im schlimmsten Fall Schäden am LED-Treiber.

Die Lösung: LED-spezifische Dimmaktoren verwenden. Oder — besser — auf DALI umsteigen, wo der LED-Treiber nativ angesteuert wird.

Fehler 3: Jalousiekanäle falsch kalkuliert

Das Problem: „8-fach Jalousieaktor" wird als 8 Jalousien interpretiert. Tatsächlich steuert er 4 Behänge (je 2 Kanäle für auf/ab). Bei 8 Fenstern brauchen Sie also 2 Aktoren oder einen 16-fach.

Die Lösung: Immer in Behängen rechnen, nicht in Kanälen. Anzahl Behänge × 2 = Kanäle.

Fehler 4: Binäreingänge vergessen

Das Problem: Fensterkontakte, Türkontakte, Rauchmelder-Meldekontakte — all das braucht Binäreingänge, um ins KNX-System zu kommen. In der Planung werden sie regelmäßig vergessen, weil sie „keine KNX-Geräte" sind.

Die Lösung: Jeden potentialfreien Kontakt in der Planung erfassen: Fenster, Türen, Alarmanlagen-Ausgänge, Wassermelder, Rauchmelder. Dann Binäreingänge kalkulieren.

Fehler 5: Keinen Schaltschrankplatz eingeplant

Das Problem: Der Schaltschrank ist für die konventionelle Elektroinstallation dimensioniert — Sicherungen, FI-Schalter, Klemmen. Dann kommen 6–10 KNX-Aktoren, ein Netzteil, ein IP-Interface und eventuell ein Logik-Modul dazu. Ergebnis: Alles wird in einen 3-reihigen Kasten gequetscht, der eigentlich 5 Reihen bräuchte.

Die Lösung: KNX-Schaltschrank separat oder zumindest mit 50 % Platzreserve planen. In einem Einfamilienhaus rechnen Sie mit 40–60 TE allein für KNX-Geräte. Das ist eine komplette Hutschiene zusätzlich.

Aktoren und Sensoren austauschen — was Sie wissen müssen

KNX-Geräte halten lange — 15 bis 20 Jahre sind normal. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt: Ein Aktor wird durch ein aktuelleres Modell ersetzt, ein Taster durch ein neues Design, ein Dimmer durch ein DALI-Gateway.

Die gute Nachricht: Durch den offenen KNX-Standard können Sie Geräte herstellerübergreifend tauschen. Ein ABB-Schaltaktor kann durch einen MDT ersetzt werden, ein Gira-Taster durch einen Jung. Die Gruppenadressen bleiben gleich, nur die ETS-Applikation muss angepasst werden.

Voraussetzung: Das ETS-Projekt muss vorhanden und aktuell sein. Ohne ETS-Backup ist ein Gerätetausch aufwändig — die Programmierung muss aus der Anlage rekonstruiert werden. Das kostet Zeit und damit Geld. Sichern Sie Ihr ETS-Projekt nach jeder Änderung. Immer. Ausnahmslos.

So sieht das aus, wenn wir zusammenarbeiten

Wenn Sie ein KNX-Projekt planen — ob Neubau, Nachrüstung oder Gewerbe — dann geht es bei der Aktor- und Sensorwahl um mehr als Produkt-Auswahl. Es geht um eine Planung, die in 10 Jahren noch funktioniert.

Schritt 1: Anforderungen aufnehmen

Sie erzählen mir, wie Sie Ihr Haus oder Gebäude nutzen wollen. Nicht in technischen Begriffen, sondern in Alltagsszenarien: „Abends soll alles mit einem Tastendruck gemütlich werden." Daraus leite ich die benötigten Gewerke ab.

Schritt 2: Kanal-Kalkulation und Schaltschrankplanung

Ich erstelle eine vollständige Kanal-Liste: jede Lichtgruppe, jede Jalousie, jeder Heizkreis, jeder Kontakt. Mit 20 % Reserve. Daraus ergibt sich die Schaltschrankgröße — bevor der Elektriker den Kasten bestellt.

Schritt 3: Geräte-Auswahl mit Ihnen zusammen

Tastsensoren wählen wir gemeinsam — hier geht es um Design und Haptik. Aktoren wähle ich nach Last-Typ, Kanalanzahl und Projektanforderung. Ich erkläre Ihnen, warum welches Gerät — aber Sie müssen keine Datenblätter lesen.

Schritt 4: Programmierung und Inbetriebnahme

Jedes Gerät wird in der ETS parametriert, getestet und dokumentiert. Jede Gruppenadresse hat einen sprechenden Namen, jeder Kanal ist beschriftet. Wenn in 5 Jahren ein anderer Integrator an Ihre Anlage muss, findet er sich zurecht.

Schritt 5: Übergabe mit ETS-Backup

Sie erhalten das ETS-Projekt, eine Dokumentation der Kanal-Belegung und eine Einweisung in die Bedienung. Und ja — das ETS-Backup ist Ihres. Nicht meines. Das ist keine Selbstverständlichkeit in der Branche, aber es sollte eine sein.

Häufige Fragen zu KNX Aktoren und Sensoren

Kann ich KNX-Aktoren verschiedener Hersteller mischen? Ja, das ist der Kernvorteil des KNX-Standards. Alle zertifizierten Geräte kommunizieren untereinander. In der Praxis mische ich regelmäßig Aktoren von ABB, MDT und Theben in einem Projekt — ohne Einschränkungen.

Wie viele Geräte passen auf eine KNX-Linie? Maximal 64 Busteilnehmer pro Linie (technisches Limit der Busspannungsversorgung). In der Praxis plane ich mit maximal 50 Teilnehmern pro Linie, um Reserve zu haben. Bei größeren Projekten kommen Linienkoppler zum Einsatz.

Brauche ich für jede Funktion einen eigenen Aktor? Nein. Ein Schaltaktor mit 16 Kanälen kann 16 verschiedene Funktionen bedienen — Licht, Steckdosen, Pumpen, Bewässerung. Die Zuordnung ist frei programmierbar. Nur bei unterschiedlichen Last-Typen (dimmen vs. schalten) brauchen Sie verschiedene Aktortypen.

Was kostet die Aktor-Ausstattung für ein Einfamilienhaus? Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² und mittlerem Komfort rechnen Sie mit 2.000–3.500 € für Aktoren und 1.500–3.000 € für Sensoren (Tastsensoren, Präsenzmelder, Wetterstation, Binäreingänge, Temperaturfühler). Dazu kommen Netzteil, IP-Interface und Programmierung.

Wie lange halten KNX-Aktoren? Hutschienen-Aktoren halten typischerweise 15–20 Jahre. Die Lebensdauer hängt vor allem von der Schaltfrequenz ab. Im Wohnbau ist Verschleiß selten ein Thema. Im Gewerbe mit tausenden Schaltzyklen pro Tag sollten Sie auf die spezifizierte Lebensdauer achten (500.000–1.000.000 Zyklen bei Qualitätsherstellern).

Kann ich bestehende Schalter in ein KNX-System einbinden? Ja — über Binäreingänge. Jeder konventionelle Taster oder Schalter kann über einen Binäreingang KNX-Telegramme auslösen. Das ist besonders bei Nachrüstungen im Altbau sinnvoll, wenn die vorhandenen Schalter erhalten bleiben sollen.

Noch Fragen?

Sven hilft Ihnen gerne persönlich weiter — ob Beratung, Planung oder Notfall.

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