KNX im Wohnbau

KNX im Neubau richtig planen — vom Grundriss zum intelligenten Zuhause

Wann beginnt die KNX-Planung? 7 Schritte, Pflichtenheft, Kosten, Leerrohre, Gewerke-Koordination: Alles, was Bauherren vor dem Rohbau wissen müssen.

Aktualisiert: 05. März 202612 Min. Lesezeit

Alles richtig machen — aber bitte von Anfang an

Stellen Sie sich vor: Sie sitzen mit Ihrem Architekten über dem Grundriss Ihres neuen Hauses. Raumaufteilung, Fenstergrößen, Dachneigung — alles nimmt Form an. Irgendwann fällt der Satz: „Elektroplanung machen wir dann mit dem Elektriker." Und genau in diesem Moment fällt eine Entscheidung, die Ihr KNX-Projekt entweder ermöglicht oder von Anfang an limitiert.

Denn KNX-Planung ist nicht Elektroplanung. Sie beginnt früher, sie denkt weiter, und sie braucht jemanden, der beides versteht: die Technik und das Leben, das später in diesen Räumen stattfindet.

Dieser Artikel zeigt Ihnen, wann die KNX-Planung wirklich beginnen muss, welche sieben Schritte ein Neubau-Projekt durchläuft und warum die Entscheidungen der ersten Wochen die nächsten 20 Jahre bestimmen.

Wann beginnt die KNX-Planung wirklich?

Die kurze Antwort: In der Entwurfsphase — parallel zum Architekten.

Die meisten Bauherren denken, KNX sei ein Thema für die Ausbauphase. Elektriker beauftragen, KNX dazubuchen, fertig. Das funktioniert bei konventioneller Elektroinstallation. Bei KNX führt es zu Kompromissen, die sich nicht mehr korrigieren lassen, sobald die Wände stehen.

Planungsphase Was passiert KNX-Relevanz
Entwurf (Leistungsphase 1–3) Grundriss, Raumkonzept, erste Kostenplanung Funktionsumfang festlegen, Schaltschrank dimensionieren
Genehmigung (LP 4) Bauantrag, Statik Leerrohre in Statik berücksichtigen
Ausführung (LP 5–7) Detailplanung, Ausschreibung Raumbuch, Komponentenliste, Verkabelungsplan
Rohbau Fundament, Mauerwerk, Decken Leerrohre und Busleitungen einziehen
Ausbau Elektroinstallation, Verputz Aktoren, Sensoren, Taster montieren
Inbetriebnahme Programmierung, Test ETS-Parametrierung, Szenen, Testprotokoll

Der kritische Punkt: Zwischen Entwurf und Rohbau liegen nur wenige Wochen. Wer erst beim Rohbau über KNX nachdenkt, hat die wichtigsten Entscheidungen bereits verpasst — Schaltschrankposition, Leerrohr-Trassen, Kabelwege. Diese Dinge nachträglich zu ändern kostet zehnmal so viel wie sie von Anfang an mitzudenken.

Die sieben Planungsschritte für Ihr KNX-Neubau-Projekt

Schritt 1: Anforderungen verstehen — nicht nur auflisten

Bevor es um Technik geht, geht es um Leben. Wie nutzen Sie Ihr Haus? Arbeiten Sie von zu Hause? Haben Sie Kinder? Stehen Gäste häufig vor der Tür? Gibt es eine Einliegerwohnung? Planen Sie eine Photovoltaik-Anlage?

Diese Fragen klingen banal — aber sie bestimmen, welche KNX-Funktionen sinnvoll sind und welche nur Geld kosten. Ein Paar ohne Kinder braucht kein Nachtlicht mit Bewegungsmelder im Flur. Eine Familie mit drei Kindern braucht kein Multiroom-System im Arbeitszimmer, das ohnehin nie ruhig genug ist.

Das Ergebnis dieses Schritts: Eine priorisierte Funktionsliste. Nicht „alles was geht", sondern „das brauchen wir — und das wollen wir vorbereiten". Mehr zur sinnvollen Priorisierung: KNX Kosten — was ein System wirklich kostet.

Schritt 2: Das Pflichtenheft — Raum für Raum

Das Pflichtenheft (oder Raumbuch) ist das wichtigste Dokument Ihres KNX-Projekts. Es beschreibt für jeden Raum:

  • Welche Funktionen: Licht dimmen, Jalousie automatisch, Heizung regeln, Präsenz erkennen
  • Welche Bedienstellen: Wo steht welcher Taster, wie viele Wippen, was macht jede Wippe
  • Welche Automatismen: Licht aus bei Abwesenheit, Jalousie runter bei Sonne, Heizung ab bei offenem Fenster
  • Welche Szenen: „Kochen", „Filmabend", „Alles aus" — und was genau bei jeder Szene passiert

Warum das Pflichtenheft so wichtig ist

Ohne Pflichtenheft gibt es kein gemeinsames Verständnis zwischen Ihnen und Ihrem Integrator. Sie meinen „alles automatisch", er versteht „Licht schalten". Das Pflichtenheft ist die gemeinsame Sprache — und gleichzeitig das Abnahme-Kriterium. Was drinsteht, wird gebaut. Was nicht drinsteht, fehlt. Mehr zu typischen Fehlern ohne Pflichtenheft: Die häufigsten KNX-Fehler.

Für ein Einfamilienhaus mit 8–12 Räumen umfasst ein gutes Pflichtenheft 15–25 Seiten. Das klingt nach viel — ist aber nichts im Vergleich zu den Kosten, die entstehen, wenn nach dem Verputzen noch Änderungen kommen.

Schritt 3: Komponentenplanung — was kommt wohin?

Auf Basis des Pflichtenhefts entsteht die technische Planung:

  • Aktoren: Schaltaktoren für Licht, Dimmaktoren, Jalousieaktoren, Heizungsaktoren — alle im Schaltschrank
  • Sensoren: Taster an den Wänden, Präsenzmelder an der Decke, Temperatursensoren, Wetterstation außen
  • Spannungsversorgung: Dimensionierung nach Geräteanzahl (Faustregel: 80 % Auslastung, 20 % Reserve)
  • IP-Gateway: Für die Visualisierung per App und Sprachsteuerung
  • Logikmodul: Für komplexe Wenn-Dann-Regeln, die über Standard-ETS hinausgehen
Gewerk Typische Komponenten pro EFH (150 m²) Ungefähre Stückzahl
Licht Schalt-/Dimmaktoren, Taster, Präsenzmelder 8–14 Aktoren, 15–25 Taster
Jalousie Jalousieaktoren, Wetterstation, Windwächter 4–8 Aktoren, 1 Wetterstation
Heizung Heizungsaktoren, Raumthermostate 8–12 Kanäle
Sicherheit Binäreingänge, Fensterkontakte, Bewegungsmelder 10–20 Kontakte
Zentral Spannungsversorgung, IP-Gateway, USB-Schnittstelle, Logik 3–5 Geräte

Wichtig: Die Komponentenliste ist keine Einkaufsliste für den Großhandel. Sie ist ein technisches Dokument, das die Verkabelung bestimmt. Jeder Sensor braucht eine Busleitung, jeder Aktor braucht Platz im Schaltschrank, jede Funktion braucht eine Gruppenadresse.

Schritt 4: Verkabelungsplan und Leerrohr-Konzept

Hier wird es physisch. Der Verkabelungsplan legt fest:

  • Wo verlaufen die Busleitungen (grüne YCYM-Leitung, Baumstruktur, nie als Ring)
  • Wo stehen die Unterputz-Dosen für Taster und Sensoren
  • Wo gehen Leerrohre hin — auch in Räume, die jetzt noch kein KNX bekommen

Das Leerrohr-Konzept ist der unterschätzteste Teil der gesamten Planung. Ein Leerrohr kostet im Rohbau 3–5 Euro pro Meter. Das gleiche Leerrohr nachträglich durch eine fertige Wand zu ziehen: 50–150 Euro pro Meter — wenn es überhaupt möglich ist.

Leerrohr-Faustregeln: - Zu jedem Raum mindestens ein Leerrohr (auch Abstellkammer, Keller, Garage) - Vom Schaltschrank zu jedem Stockwerk mindestens zwei Leerrohre (eines für KNX, eines Reserve) - Zur Außenwand (für Wetterstation, Außenleuchten, Kamera) - Zum Dach (für spätere PV-Anbindung ans Energiemanagement) - Zwischen Schaltschrank und Netzwerkschrank

Schritt 5: Schaltschrank dimensionieren

Der Schaltschrank ist das Herz Ihres KNX-Systems. Hier sitzen alle Aktoren, die Spannungsversorgung, das IP-Gateway und die Sicherungen. Und hier wird am häufigsten zu knapp geplant.

Dimensionierung: - Basis-KNX im EFH: mindestens 3 Hutschienen (54 TE) nur für KNX - Comfort-Ausstattung: 4–6 Hutschienen (72–108 TE) für KNX - Villa / Premium: 8+ Hutschienen oder Zweitverteiler im OG

Plus die konventionelle Elektrik (Sicherungen, FI-Schutzschalter, Überspannungsschutz) — die braucht mindestens genauso viel Platz.

Die goldene Regel: 30–40 % Reserveplatz. Nicht weil Sie unsicher sind, sondern weil sich in 5–10 Jahren garantiert etwas ändern wird: Elektroauto-Wallbox, Wärmepumpe, PV-Anlage, Dachausbau, Gartenhaus.

Ein Rechenbeispiel

Standard-EFH, 10 Räume, Licht + Jalousie + Heizung: ~35 Teilungseinheiten (TE) für KNX-Aktoren + ~12 TE für Versorgung und Gateway. Das sind 47 TE — ein Verteiler mit 3 × 18 TE (54 TE) ist also randvoll. Mit 30 % Reserve brauchen Sie 4 × 18 TE = 72 TE. Wer Multiroom, Sicherheit und Energiemanagement plant, landet schnell bei 6 Hutschienen.

Schritt 6: Abstimmung mit den Gewerken

Ein KNX-Projekt im Neubau ist kein Solo-Projekt. Es berührt mindestens vier Gewerke, die synchronisiert werden müssen:

Architekt: Schaltschrankposition im Grundriss, Leerrohr-Trassen in der Wandplanung, Dosenpositionierung in der Fassade. Der Architekt muss wissen, dass KNX geplant ist — sonst stimmen Wandstärken, Installationszonen und Durchbrüche nicht.

Elektriker: Verlegt die Bus- und Stromleitungen, montiert Dosen und Schaltschrank. Der Elektriker muss den Verkabelungsplan kennen und die KNX-Baumstruktur verstehen. Mehr zur Zusammenarbeit: Topologie verstehen.

Heizungsbauer: Die Heizungssteuerung per KNX erfordert Stellantriebe an den Heizkreisverteilern und Raumthermostate. Das muss mit dem Heizungsbauer abgestimmt sein — sonst installiert er seinen eigenen Regler, und Sie haben zwei Systeme, die gegeneinander arbeiten.

Fensterbauer: Für automatische Jalousiesteuerung und Fensterkontakte (offen/gekippt/zu) müssen Kabel in den Fensterrahmen geführt werden. Das geht nur, wenn der Fensterbauer rechtzeitig informiert wird — spätestens bei der Fensterbestellung.

Der häufigste Koordinationsfehler: Der Integrator wird erst nach dem Heizungsbauer einbezogen. Dann sind die Heizkreisverteiler schon montiert — ohne Stellantriebe, ohne Busleitung, ohne Platz für Nachrüstung. Das kostet Zeit und Nerven.

Schritt 7: Budgetplanung — realistisch, nicht optimistisch

Ein KNX-System im Neubau kostet mehr als Steckdosen und Lichtschalter — aber weniger als die meisten befürchten, wenn man es im Neubau einplant (statt nachzurüsten). Eine realistische Kalkulation umfasst sieben Bausteine:

Kostenbaustein Anteil EFH 150 m² (Comfort)
KNX-Komponenten (Aktoren, Sensoren) 35–45 % 6.000–9.000 €
Taster und Bedienelemente 10–15 % 2.000–4.000 €
Verkabelung und Schaltschrank 12–18 % 2.500–4.000 €
Planung und Beratung 8–12 % 1.500–2.500 €
Programmierung (ETS) 10–15 % 2.000–3.500 €
Inbetriebnahme und Test 5–8 % 1.000–1.800 €
Dokumentation und Einweisung 3–5 % 500–1.000 €
Gesamt 100 % 15.500–25.800 €

Die Spanne erklärt sich durch: - Tasterdesign (Standard ab 30 € vs. Glastaster ab 200 € pro Stück) - Funktionsumfang (Basis = Licht + Jalousie vs. Comfort = alles inkl. Multiroom und Sicherheit) - Gebäudegröße und Raumanzahl - Automatisierungsgrad (Szenen, Logiken, Präsenzsteuerung)

Vergleich: Eine konventionelle Elektroinstallation im gleichen EFH kostet 8.000–12.000 €. Die Differenz zu KNX liegt also bei 7.000–14.000 € — verteilt auf 20–30 Jahre Nutzung. Pro Monat sind das 20–60 €. Mehr zum Vergleich: KNX vs konventionelle Elektroinstallation.

Fördermöglichkeiten nicht vergessen: Je nach Konstellation (Energieeffizienz, Einbruchschutz, altersgerechtes Wohnen) sind Zuschüsse und Steuervorteile möglich, die 10–20 % der KNX-Investition abdecken.

Selbst planen oder Integrator beauftragen?

Diese Frage kommt bei jedem Neubau-Projekt. Im Internet gibt es Kurse, die versprechen: „KNX für unter 3.000 Euro selbst planen." Das ist möglich — wenn Sie bereit sind, 100–200 Stunden in ETS-Schulung, Komponentenrecherche und Fehlersuche zu investieren. Und wenn Sie akzeptieren, dass Ihr erstes Projekt Ihr Lernprojekt ist.

Was Selbstplanung leisten kann: - Grundverständnis für KNX-Technik aufbauen - Einfache Funktionen (Licht schalten, Jalousie fahren) parametrieren - Später selbst kleine Änderungen vornehmen

Was Selbstplanung typischerweise nicht leistet: - Optimale Topologie für ein konkretes Gebäude - Gewerke-Koordination mit Architekt, Heizungsbauer, Fensterbauer - Komplexe Logiken (Beschattungsautomatik mit Sonnenstandsberechnung, Einzelraumregelung mit Optimierungskurven) - Strukturierte Dokumentation, die auch in 10 Jahren noch lesbar ist

Die ehrliche Empfehlung: Einen erfahrenen Integrator für Planung und Programmierung, den Elektriker für die Verkabelung, und — wenn Sie wollen — ETS-Zugang für spätere Feinjustierung. Das ist keine Entweder-oder-Entscheidung. Wie ein KNX-Projekt professionell abläuft, im Detail: Wie ein KNX-Projekt abläuft — 7 Phasen.

Die unsichtbaren Entscheidungen: Was beim Neubau anders ist als bei der Nachrüstung

Im Neubau haben Sie einen einmaligen Vorteil: offene Wände. Alles, was später unsichtbar sein soll — Leerrohre, Busleitungen, Kabelkanäle, Reserveadern — können Sie jetzt für einen Bruchteil der Nachrüstkosten einbauen.

Was Sie im Neubau einplanen sollten, auch wenn Sie es jetzt nicht nutzen:

  • CAT7-Netzwerkkabel zu jedem Raum (für IP-basierte KNX-Erweiterungen, Kameras, Access Points)
  • Leerrohre zum Dach (PV-Anbindung, Wetterstation)
  • Leerrohre zur Garage (Wallbox, Bewegungsmelder, Torantrieb)
  • Fensterkontakt-Kabel an allen Fenstern im EG (Sicherheit, Heizungsoptimierung)
  • Reserveadern in jedem Kabelkanal (lieber eine Ader zu viel als eine Ader zu wenig)
  • Dosenplätze an der Decke jedes Raumes (für spätere Präsenzmelder)

Der Unterschied zwischen einem KNX-Neubau, der „funktioniert", und einem, der über Jahrzehnte mitwächst, liegt in diesen unsichtbaren Entscheidungen. Sie kosten im Rohbau fast nichts — und ersparen später tausende Euro.

So läuft es, wenn die Planung von Anfang an stimmt

Das Erstgespräch: Zuhören statt Technik

Bevor eine einzige Komponente geplant wird, geht es ums Verstehen. Wie leben Sie? Was nervt Sie an Ihrer aktuellen Wohnung? Was soll anders werden? Ein guter Integrator stellt 30 Minuten lang Fragen und redet 5 Minuten über Technik — nicht umgekehrt.

Das Raumgespräch: Funktion vor Produkt

Gemeinsam gehen Sie den Grundriss durch. Raum für Raum entsteht das Pflichtenheft: „Im Wohnzimmer wollen wir drei Lichtszenen — hell zum Lesen, gedimmt zum Fernsehen, Akzentlicht zum Essen. Die Jalousie soll bei Sonne automatisch beschatten, aber nicht wenn wir auf der Terrasse sitzen." Das wird dokumentiert, bevor eine Bestellliste existiert.

Die Baubegleitung: Dabei statt danach

Während des Rohbaus gibt es mindestens zwei Termine auf der Baustelle — um zu prüfen, ob Dosen richtig sitzen, Leerrohre verlegt sind und der Schaltschrank am vereinbarten Platz steht. Kleine Korrekturen im Rohbau kosten Minuten. Nach dem Verputzen kosten sie Tage.

Die Inbetriebnahme: Raum für Raum

Nicht „alles auf einmal", sondern Raum für Raum, Funktion für Funktion. Sie drücken den Taster — und gemeinsam prüfen wir, ob das Licht das tut, was im Pflichtenheft steht. Szenen werden live an Ihre Präferenzen angepasst: „Das Leselicht darf etwas wärmer sein." So entsteht ein System, das sich von Anfang an richtig anfühlt.

Die Dokumentation: Für die nächsten 20 Jahre

ETS-Projektdatei, Funktionsbeschreibung, Verteilerbelegungsplan, Messprotokoll, alle Zugangsdaten — komplett übergeben. Sie sind nicht abhängig. Jeder andere Integrator könnte Ihre Anlage warten und erweitern. Und genau dieses Wissen gibt Ihnen die Freiheit, zu bleiben, weil Sie zufrieden sind — nicht weil Sie müssen.

Häufig gestellte Fragen zur KNX-Planung im Neubau

Was kostet KNX im Neubau im Vergleich zu einer konventionellen Elektroinstallation?

Die Mehrkosten für KNX liegen bei einem Einfamilienhaus typischerweise zwischen 7.000 und 15.000 Euro gegenüber einer konventionellen Installation. Dafür bekommen Sie ein System, das 20–30 Jahre hält, sich jederzeit anpassen lässt und durch Energieoptimierung 15–25 % der Heizkosten einsparen kann. Eine detaillierte Aufschlüsselung finden Sie unter KNX Kosten.

Kann ich KNX später nachrüsten, wenn ich jetzt nur die Infrastruktur vorbereite?

Ja — und das ist einer der größten Vorteile der Neubau-Planung. Wenn Leerrohre, Busleitungen und Reserveplatz im Schaltschrank vorhanden sind, können Sie Funktionen schrittweise ergänzen. Starten Sie mit Licht und Jalousie, erweitern Sie später um Heizungssteuerung, Sicherheit oder Multiroom. Die Infrastruktur muss nur einmal stimmen.

Wie lange dauert die KNX-Planung für ein Einfamilienhaus?

Von der ersten Anforderungsaufnahme bis zum fertigen Verkabelungsplan: 3–6 Wochen, je nach Projektgröße und Abstimmungsbedarf. Die Planung sollte abgeschlossen sein, bevor der Rohbau beginnt. Der gesamte Projektablauf — von der Idee bis zur Abnahme — ist detailliert beschrieben unter Wie ein KNX-Projekt abläuft.

Brauche ich einen separaten KNX-Integrator oder macht das mein Elektriker?

Im Idealfall arbeiten beide zusammen: Der Elektriker verlegt Kabel und montiert Komponenten, der Integrator plant, programmiert und nimmt in Betrieb. Ein guter Elektriker ist Gold wert für die Installation — aber KNX-Programmierung ist eine eigene Disziplin, die Spezialisierung erfordert.

Was passiert, wenn sich meine Wünsche während des Baus ändern?

Software-Änderungen (andere Szene, anderer Taster-Tastendruck) sind jederzeit per ETS-Update möglich — auch nach dem Einzug. Hardware-Änderungen (zusätzlicher Taster an einer anderen Wand) erfordern Bauarbeiten, wenn die Wände bereits geschlossen sind. Deshalb ist das Pflichtenheft so wichtig: Alle funktionalen Wünsche vor dem Verputzen klären.

Kann ich KNX mit einer Photovoltaik-Anlage kombinieren?

Absolut — und es wird in den nächsten Jahren immer wichtiger. KNX kann den Eigenverbrauch optimieren: Wärmepumpe einschalten wenn die Sonne scheint, Wallbox laden wenn Überschuss da ist, Energiemanagement in Echtzeit. Voraussetzung: Eine Busleitung zum Wechselrichter und ein Leerrohr zum Dach — beides Centbeträge im Rohbau.

Fazit

KNX im Neubau ist kein Upgrade zur konventionellen Elektroinstallation — es ist eine andere Art zu denken. Nicht „wo kommen die Schalter hin?", sondern „wie wollen wir leben?". Die Entscheidungen, die Sie jetzt treffen — Pflichtenheft, Leerrohre, Schaltschrankgröße, Gewerke-Koordination — bestimmen, ob Ihr System in 20 Jahren noch genauso flexibel ist wie am ersten Tag. Der beste Zeitpunkt für die KNX-Planung ist nicht morgen. Er ist jetzt, während der Grundriss noch auf dem Bildschirm Ihres Architekten liegt.

Sie planen einen Neubau und möchten KNX von Anfang an richtig einplanen? Sprechen Sie uns an — im Erstgespräch klären wir, welcher Funktionsumfang zu Ihrem Projekt passt und was die Infrastruktur dafür braucht.

Noch Fragen?

Sven hilft Ihnen gerne persönlich weiter — ob Beratung, Planung oder Notfall.

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